Archéologie Alsace
Foto: Dr. Werner Hofäcker

Gründung und Privatisierung staatlicher Weinbaudomänen
im nördlichen Rheinland-Pfalz

Deutschland und damit auch das heutige Rheinland-Pfalz waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch weitgehend agrarisch geprägt. Ein Großteil der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft und in Rheinland-Pfalz insbesondere auch vom Weinbau. In den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im Weinbau erheblich verschlechtert. Aus Amerika eingeschleppte Schädlinge und Krankheiten (Reblaus, Echter und Falscher Mehltau), Rückgang von Rebflächen und das neue Weingesetz von 1892, das keine Maßnahmen zur Reduzierung der Weinfälschungen vorsah, verschärften die Situation. Daher sah die Weinbranche erheblichen Handlungsbedarf. Als Antwort und zur Lösung der drängenden Probleme wurden in allen Regionen Versuchsbetriebe und Domänen eingerichtet. Die dort angelegten Versuche und die daraus gewonnenen Ergebnisse sollten vor allem den Heranwachsenden und Betriebsleitern von morgen in den zahlreich gegründeten Weinbauschulen das Wissen um die Zusammenhänge von Weinbau und Kellerwirtschaft vermitteln. Der in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und bis heute andauernde, rasant fortschreitende Strukturwandel hatte einen immensen Rückgang der Weinbaubetriebe, verbunden mit einer beachtlichen betrieblichen Aufstockung der Rebflächen, zur Folge. Dies wiederum veranlasste die Politik, die Zahl der Schulen und Versuchseinrichtungen erheblich zu reduzieren und zu konzentrieren.
Der Vortrag beleuchtet die Geschichte der Staatsweingüter im nördlichen Rheinland-Pfalz und der Domäne Mainz seit ihrer Gründung bis zu ihrer Auflösung bzw. zur Gegenwart.

Im Rahmen dieser Veranstaltung zur Geschichte des Weinbaus wird auch BiblioVino kurz vorgestellt.

Nachruf zum Tod von Dr. Wolfgang Thomann

29. Juni 1948 – 27. Oktober 2019

Thomann_nachrufDie Nachricht vom gänzlich unerwarteten Tod unseres allseits geschätzten Vorstandsmitglieds Dr. Thomann bestürzte alle, die davon Anfang der letzten Oktoberwoche erfuhren.

Die Gesellschaft hat Dr. Thomann sehr viel zu verdanken. Er trat ihr im Jahre 1982 bei und hat als promovierter Informatiker zusammen mit vielen fachtechnischen Hinweisen, die für die Internetausgabe unserer „Bibliographie zur Geschichte und Kultur des Weines (Schoene3)“ nötig waren, die Webseite unserer Gesellschaft aufgebaut und über viele Jahre bis zum Schluss sorgfältig und kreativ betreut und damit den Auftritt der Gesellschaft nach außen hin in vieler Hinsicht verantwortet und gestaltet.

2013 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat gewählt, 2016 in den Vorstand. Zuletzt betreute er zusätzlich die Mitgliederdatei, sorgte für den Versand der Mitteilungen und Schriften und verwaltete das Schriftenlager. Dies alles erledigte er mit großer Umsicht und Sorgfalt.

Dr. Thomann war schon vor der „Wende“ von 1989 aus der DDR, wo er an der Volkshochschule Dresden Wein-Dozent war, in die Bundesrepublik gekommen. Als ehemaliger „Ostdeutscher“ besaß er fundierte Kenntnisse über den Weinbau in den sozialistischen Ländern. Diese fanden reichlichen  Niederschlag im Band 11 „Elbe/Saale-Unstrut“ des „Gesamtwerk deutscher Wein“ (Trittenheim 1991) und der Mitarbeit an umfangreichen Nachschlagewerken wie „Europäischer Wein-Almanach“ (Wien – Frankfurt – Berlin 1990), dem „Welt-Wein-Almanach“ (Wien – München – Zürich 1992, 2. Aufl. 1997) und dem „Der Brockhaus Wein“ (Braunschweig 2005, 2. Aufl. Mannheim – Leipzig 2009), wo er jeweils für die osteuropäischen Länder verantwortlich zeichnete. Er verfasste die Weinkapitel über die ­Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan in der umfangreichen Dokumentation „Culinaria Russia“ (Potsdam 2006) und zahlreiche Beiträge in Fach- und Publikumszeitschriften zum Wein an Saale-Unstrut, an der Elbe, im ehemaligen Böhmen, in Slowenien, Polen und Rumänien. In diesen Zeitschriften machte er auch immer wieder auf die Bibliographie unserer Gesellschaft aufmerksam. Sein zunehmendes Interesse galt in den letzten Jahren der Ampelographie, insbesondere autochthonen und pilzresistenten Rebsorten. Hervorzuheben sind auch Beiträge zur Weinetikettenkunde der ehemals sozialistischen bzw. osteuropäischen Länder, die von 2006 bis 2008 in der Verbraucherzeitschrift „selection“ erschienen.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der Eckes-Granini GmbH in Nieder-Olm bei Mainz und seinem publizistischen Wirken war er Dozent für Mittel-, Süd- und Osteuropa an der Deutschen Wein- und Sommelierschule der Industrie- und Handelskammer Koblenz und betrieb einen kleinen Buchhandel, den „Weinbuch-Versand.de“, der insbesondere auf das Besorgen schwer zugänglicher Weinliteratur aus Osteuropa und auf sogenannte „graue Literatur“ spezialisiert war, d. h. Weinliteratur, die im Privatdruck oder in Verlagen herausgekommen war, die nicht an buchhändlerischen Vertriebsnetzen partizipierten. Diese Tätigkeit erweiterte er später auf solche Länder wie der Schweiz, aus der Bücher mitunter ebenfalls schwierig zu beziehen sind.

Thomanns großes Hobby war neben dem Wein und seiner Geschichte der Tanzsport. Er tanzte zusammen mit seiner Tanzpartnerin für den TSC Ingelheim, wo er auch wohnte, war Weltmeisterschaftsteilnehmer und mehrfacher Finalist in den Standard-Tänzen bei den Landesmeisterschaften Rheinland-Pfalz, wobei er zuletzt eine Bronzemedaille errang. Auf tragische Weise brach er während eines Tanzwettbewerbs in Weissach im Tal bei Backnang kurz nach der Siegerehrung zusammen und verstarb trotz sofortiger notärztlicher Versorgung am nächsten Morgen im Klinikum Winnenden.

Er wird uns lange in Erinnerung bleiben als ein im Umgang stets freundlicher und verbindlicher, fast bescheiden auftretender Mensch von großem Engagement, der nicht so leicht zu ersetzen sein wird. R. I. P.

Prof. Dr. Hans Reinhard Seeliger
Präsident

 

Archéologie Alsace


Fragen und nähere Auskünfte
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Methoden und Strukturen des Kelterns seit der Spätantike
Internationales Kolloquium 4.-6. Oktober 2019 in Châtenois (Bas-Rhin)

fällt aus!

Prof. Dr. Ernst H. Rühl Foto: privat

 

Dieser Preis wird von der VEG-Geisenheim Alumni Association e.V. nahezu jährlich als Dank und Anerkennung an Persönlichkeiten verliehen, die sich in vielen Jahren um die Hessische Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst und Gartenbau Geisenheim (heute Hochschule Geisenheim University), insbesondere durch die Erhaltung und Förderung von Lehre oder Forschung bzw. um die Belange ihrer Studierenden außergewöhnlich verdient gemacht haben.
In diesem Jahr, und zwar am 8.9.2019, wurde diese Auszeichnung unserem Geschäftsführer – Prof. Dr. Ernst H. Rühl – zuteil. Er forschte und lehrte viele Jahre an der Hochschule Geisenheim und leitete dort 27 Jahre das Institut für Rebenzüchtung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten und auch des Instituts ist die Unterlagenzüchtung, insbesondere auf vollständig reblausresistente Unterlagen.
Weitere Infos über Professor Rühl können Sie in unseren Mitteilungen 2/2019 nachlesen.

Unsere Jahrestagung 2019 mit Mitgliederversammlung hat stattgefunden:

  • vom 4. bis 7. April 2019
  • in Meersburg am Bodensee
  • mit diesen Programmpunkten (pdf-Datei mit 150 KB)

Dr. Christine Krämer, Vizepräsidentin der Gesellschaft, war für die Vorbereitungen dieser Tagung verantwortlich und sie hat auch den Bericht für die Mitteilung 2/2019 verfasst (pdf-Datei mit 400 KB).

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie im Mitteilungsheft 1/2019, das im Februar 2019 an alle Mitglieder verschickt wurde.

Unser Mitglied Dr. Adolf Suchy hat wieder eifrig fotografiert und für uns eine Fotoschau zusammengestellt (bitte jeweils anklicken):

Dr. Adolf Suchy
Unser Fotograf: Dr. Adolf Suchy

 

Bedienungshinweis:
Wenn Sie ins Foto oben rechts auf die 4 Pfeile klicken, sehen Sie alle Fotos im Vollbildmodus auf Ihrem Bildschirm.

Sollten Sie an Fotos interessiert sein, dann wenden Sie sich bitte per Telefon oder E-Mail an Prof. Dr. Ernst H. Rühl

Hinweis zum Datenschutz:
Wenn Sie auf einem Foto abgebildet sind, aber nicht erkannt werden wollen, dann wenden Sie sich bitte per Telefon oder E-Mail an Prof. Dr. Ernst H. Rühl

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