Prof. Dr. Ernst H. Rühl Foto: privat

 

Dieser Preis wird von der VEG-Geisenheim Alumni Association e.V. nahezu jährlich als Dank und Anerkennung an Persönlichkeiten verliehen, die sich in vielen Jahren um die Hessische Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst und Gartenbau Geisenheim (heute Hochschule Geisenheim University), insbesondere durch die Erhaltung und Förderung von Lehre oder Forschung bzw. um die Belange ihrer Studierenden außergewöhnlich verdient gemacht haben.
In diesem Jahr, und zwar am 8.9.2019, wurde diese Auszeichnung unserem Geschäftsführer – Prof. Dr. Ernst H. Rühl – zuteil. Er forschte und lehrte viele Jahre an der Hochschule Geisenheim und leitete dort 27 Jahre das Institut für Rebenzüchtung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten und auch des Instituts ist die Unterlagenzüchtung, insbesondere auf vollständig reblausresistente Unterlagen.
Weitere Infos über Professor Rühl können Sie in unseren Mitteilungen 2/2019 nachlesen.

Unsere Jahrestagung 2019 mit Mitgliederversammlung hat stattgefunden:

  • vom 4. bis 7. April 2019
  • in Meersburg am Bodensee
  • mit diesen Programmpunkten (pdf-Datei mit 150 KB)

Dr. Christine Krämer, Vizepräsidentin der Gesellschaft, war für die Vorbereitungen dieser Tagung verantwortlich und sie hat auch den Bericht für die Mitteilung 2/2019 verfasst (pdf-Datei mit 400 KB).

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie im Mitteilungsheft 1/2019, das im Februar 2019 an alle Mitglieder verschickt wurde.

Unser Mitglied Dr. Adolf Suchy hat wieder eifrig fotografiert und für uns eine Fotoschau zusammengestellt (bitte jeweils anklicken):

Dr. Adolf Suchy
Unser Fotograf: Dr. Adolf Suchy

 

Bedienungshinweis:
Wenn Sie ins Foto oben rechts auf die 4 Pfeile klicken, sehen Sie alle Fotos im Vollbildmodus auf Ihrem Bildschirm.

Sollten Sie an Fotos interessiert sein, dann wenden Sie sich bitte per Telefon oder E-Mail an Prof. Dr. Ernst H. Rühl

Hinweis zum Datenschutz:
Wenn Sie auf einem Foto abgebildet sind, aber nicht erkannt werden wollen, dann wenden Sie sich bitte per Telefon oder E-Mail an Prof. Dr. Ernst H. Rühl

Ankündigung unserer Jahrestagung 2020

Unsere Jahrestagung 2020 mit Frühjahrstagung und Mitgliederversammlung findet statt

Steinbergkeller im Rheingau
Der Steinbergkeller der Hessischen Staatsweingüter
Foto: Haffitt, Wiki Commons, CC-BY-SA-3.0

  • vom 14. bis 17. Mai 2020;
  • im Rheingau.

Vorläufiges Programm:

  • Donnerstag, 14. Mai:
    Abends Weinprobe mit Weingut Breuer
  • Freitag, 15. Mai:
    Am Vormittag wissenschaftliches Symposium in Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim.
    Für den Nachmittag ist ein Besuch der Hochschule Geisenheim vorgesehen.
  • Samstag, 16. Mai:
    Vormittags Mitgliederversammlung.
    Am Nachmittag erkunden wir mehrere Weingüter.
  • Sonntag, 17. Mai:
    Besuch der Kellerei der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach sowie Besichtigung von Kloster Eberbach.

Das detaillierte Programm für die Frühjahrstagung 2020, das unser Geschäftsführer Prof. Dr. Rühl derzeit erarbeitet, wird Ihnen mit der nächsten Mitteilung 3/2019 zugehen.

Hermann Jäger

Hermann JÄGER – Weingutsbesitzer, Weinbaupräsident, Rebenveredler.
* 4.3.1925 in Ockenheim;
† 21.11.2010 in Ockenheim.
Ehe mit Magda Mauer (* 28.7.1933);
Kinder: Armin, Diana.

Er wurde in einen landwirtschaftlich-weinbaulichen Gemischtbetrieb hineingeboren, den er schon mit 14 Jahren führen musste, da sein Vater mit Kriegsbeginn eingezogen wurde. Trotzdem fand er Zeit, im Jahre 1941/42 die Landwirtschafts- und Weinbauschule in Bad Kreuznach zu besuchen und sich beruflich weiterzubilden.
1954 legte er die Meisterprüfung ab und begann mit der Ausbildung des Winzernachwuchses. Mit seiner Frau als Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft war der Betrieb Jäger als Lehrstelle stets gefragt und geschätzt.
Er selbst baute den Gemischtbetrieb zum reinen Weinbaubetrieb mit Propfrebenproduktion, auf die er sein besonderes Augenmerk richtete, um.
Trotz starker Inanspruchnahme im Weinbaulehrbetrieb hat er sich von Anfang an für den Dienst im Berufsstand zur Verfügung gestellt. Schon wenige Jahre nach Kriegsende initiierte er die Gründung der „Vereinigung rheinhessischer Winzermeister“.
Als Mitglied in den Vorständen des Kreisbauernverbandes, des Weinbauverbandes Rheinhessen und des Deutschen Weinbauverbandes erwarb er sich durch seine kritischen aber auch sehr konstruktiven Beiträge große Anerkennung bei den Berufskollegen und politischen Vertretern. So war es eine logische Folge, dass er sich von 1980 bis 1986 für das Amt des Weinbaupräsidenten für das Anbaugebiet Rheinhessen zur Verfügung stellte, wobei er als erfolgreicher Koordinator zwischen Regierung und Berufsstand fungierte.
In der Zeit, in der der rheinhessische Weinbau einem gravierenden Strukturwandel ausgesetzt war, setzte er sich vehement für die Bildung von Erzeugergemeinschaften zur Erfassung des zersplitterten Angebots am Fassweinmarkt ein und gründete gemeinsam mit seinem Verbandsgeschäftsführer Sebastian die Erzeugergemeinschaft Winzersekt GmbH und die Erzeugergemeinschaft Rheinhessischer Winzer e. V.
Nach risikoreichen Anfangsjahren wurden diese dank seines großen Sachverstandes und der sprichwörtlich rheinhessischen Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit zu einem zukunftsweisenden Erfolgsprojekt.
Er wusste auch, dass ein erfolgreicher Weinbau in Rheinhessen nur mit gesunden und hochwertigen Rebsorten zu betreiben war. Daher galt sein Augenmerk auch der Selektion solchen Pflanzgutes und vor allem der Klonenzüchtung. Als Ergebnis seiner Arbeit konnte er die Rebsorten Neronet und Rubinet anmelden und zur Zulassung bringen.
Auf besondere Initiative von ihm wurde die Erzeugergemeinschaft Rheinhessischer Rebveredler gegründet, dessen Vorsitzender er bis 1980 war. Aufgrund seiner großen Verdienste blieb es nicht aus, dass ihm viele Ehrungen zuteil wurden.

Quellen:
• Steitz, Ingo: Hermann Jäger 85 Jahre. In: Heimatjahrbuch Landkreis Mainz-Bingen 2010, S. 234 ff.
• Hermann Jäger, Ockenheim, 60 Jahre. In: Der Deutsche Weinbau 7/1985.
• Persönliche Infos der Familie Jäger.

Autor:
Dr. Gerhard Stumm, Bad Kreuznach

Stettener Brotwasser

Andreas Udo Fitzel:
Stettener Brotwasser.
Geschichte(n) eines legendären Weines.
Von starkem Wein, starken Frauen und höfischem Glanz im Remstal.

Remshalden: Bärenfelser & BAG Verlag 2019.
100 Seiten mit 47 farbigen Abbildungen.
ISBN 978-3-86372-052-0. EUR 14,-
Bezug über: www.Weinbuch-Versand.de (Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )

Seit Jahrhunderten zählt Stettener Brotwasser zu den berühmtesten Weinen in Württemberg. Die Lage befindet sich im Alleinbesitz des Weinguts Herzog von Württemberg. Eine wissenschaftlich fundierte Studie zur Geschichte des Stettener Brotwassers fehlte freilich bislang. Dem widmete sich nun der Kulturwissenschaftler Andreas Fitzel.
Dabei hatte er eine ganze Reihe an Fragen zu beantworten: Seit wann existiert Stettener Brotwasser und wie kam es zur Namensgebung? Handelte es sich dabei um eine Lage oder vielmehr eine Weinsorte? Aus welchen Rebsorten wurde Stettener Brotwasser erzeugt? Wie entstand sein Ruf als Spitzenwein? Um es gleich vorweg zu sagen: Andreas Fitzel hat das Thema akribisch anhand sämtlicher verfügbarer Primärquellen recherchiert und auf all diese Fragen überzeugende Antworten gefunden. Ihm gelingt es, komplexe Themen verständlich darzustellen. Es ist überdies ein überaus spannend geschriebenes Buch entstanden, in dem es um „Mätressen und Intrigen, Schlösser und Feste, Krieg und Frieden, Liebe und Macht“ geht.
In fünf schlüssig aufgebauten Kapiteln nähert sich der Autor dem Thema. Im Kapitel „Das Brotwasser – Lage, Sage und Geschichte“ beleuchtet Andreas Fitzel die Legende, nach der die Bezeichnung Stettener Brotwasser von einer List herrührt, mit der eine Hofdame im 17. Jahrhundert ihren Weinkonsum vor der Öffentlichkeit versteckte, indem sie sich Wein in den Wasserkrug einschenken ließ und ihr Brot dort hineintunkte. Im nächsten Kapitel erörtert Andreas Fitzel die Beschaffenheit des berühmten Weins und kommt zum Ergebnis, dass er anfangs aus weißem Traminer, später aus Grauburgunder und Muskateller erzeugt wurde. Aufgrund seiner Stärke war der kräftig gefärbte Wein zu einem gesuchten Gewächs geworden. Wilhelmine Grävenitz, die berühmte Mätresse des württembergischen Herzogs, liebte das Brotwasser und zweigte erhebliche Mengen davon ab, um verdeckt damit zu handeln – „vom Modewein am Hof zum Politikum“, so die Überschrift des Kapitels. War der Wein zunächst beim Adel beliebt, so begann er im Laufe des 18. Jahrhunderts überregional bekannt zu werden und taucht nun in einschlägigen Weinbüchern und Reiseführern auf. Geschützte Herkunftsbezeichnungen und eingetragene Markennamen gab es damals noch nicht, so dass es im 19. Jahrhundert zunächst zu einer Verwässerung der Qualitätsstufe kam, indem auch weniger hochwertige Weine unter dem berühmten Namen in den Handel gelangten. Als die Hofkammer ab etwa 1830 auf Riesling setzte, begann die Renaissance des Stettener Brotwassers als Monopol der Hofkammer. Andreas Fitzel zeichnet dies im letzten Abschnitt eindrücklich nach, indem er alte Handelsbezeichnungen und Etiketten analysiert. So ist die Geschichte des Stettener Brotwassers darüber hinaus ein fesselndes Stück Marketinggeschichte.
Das Buch ist nicht nur für alle lesenswert, die sich mit der württembergischen Weingeschichte befassen. Es sei auch all denjenigen empfohlen, die sich für die Geschichte der Weinlagen und des Weinbezeichnungsrechts interessieren.

Verfasserin: Dr. Christine Krämer, Stuttgart

Aus: Mitteilung der GGW 2/2019