Jochen Hamatschek:
Technologie des Weines.

Technologie des Weines

Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2015. 478 Seiten mit zahlreichen Abb. und Tabellen.
ISBN 978-3-8001-7959-6. EUR 79,90

Das bisherige Standardwerk „Technologie des Weines“ von Professor Gerhard Troost, das viele Generationen von Ingenieuren, Technikern und Kellermeistern bei ihrer Ausbildung und im Berufsleben begleitete, ist 1988 in der sechsten Ausgabe das letzte Mal erschienen.
Einer seiner Nachfolger hat jetzt nach vielen Jahren eine längst überfällige Neuauflage verfasst. Sie baut zwar auf dem Fundament der Troost'schen Ausgabe auf, behält Niveau und Praxisorientierung bei, der Inhalt muss sich aber bei fundamental veränderter Kellerwirtschaft den Anforderungen des Internetzeitalters und der Globalisierung stellen.
Da der Weintechnologe heute auch als Manager angesehen wird, hat sich der Autor bemüht, den Prozess der Weinherstellung im Zusammenhang zu betrachten; er hat nicht allein die Arbeiten im Keller skizziert, sondern dabei immer die Auswirkungen auf das Endprodukt, auf das vom Konsumenten Präferierte im Auge behalten. Jochen Hamatschek beleuchtet schrittweise den Entstehungsweg von der Traube bis zum Wein. Vermittelt werden die Prinzipien der Herstellung von Wein und dessen Nebenprodukten. Im Einzelnen behandelt der Autor ausführlich die Anatomie der Traube, die Saftgewinnung, die spezielle Technologie des Rotweines, den Weg vom Saft zum Jungwein sowie vom Jungwein zum füllfertigen Wein, die Nebenprodukte der Weinbereitung, die Abfüllung als Qualitätsparameter für Wein, die technische Kellerausstattung und Managementsysteme.
Die neue „Technologie des Weines“ von Jochen Hamatschek ist ein Standardwerk der Önologie, das an das von Gerhard Troost anschließt.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm, Bad Kreuznach
Aus: Mitteilung der GGW 2/2015

Siegfried Boy Foto: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt / Ines Berger

Für seine herausragenden Verdienste um das Land Sachsen-Anhalt und seine Bevölkerung wurde unserem Mitglied, dem Weinbaupräsidenten von Saale-Unstrut Siegfried Boy, der Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt verliehen. Der Ministerpräsident des Landes, Dr. Reiner Haseloff, fundiert die Verleihung des Verdienstordens folgend: „Mit Ihnen, sehr geehrter Herr Boy, wird eine Persönlichkeit gewürdigt, die sich außerordentlich erfolgreich für die Interessen und die Bekanntheit der Weinregion des Saale-Unstrut-Gebietes, die Pflege der Kulturlandschaft und die Erhaltung überlieferter Weinbautraditionen eingesetzt hat. Es ist Ihr Verdienst, dass sich der Weinbau zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Saale-Unstrut-Region entwickeln konnte.“

Weitere Infos in der Pressemitteilung

Lutz-Dieter Behrendt:
Zum historischen Weinbau und Weingenuss im Deggendorfer Land.

Hrsg.: Förderverein BaierWeinMuseum, Bach a. d. Donau 2014. 64 S., mit Abb.
Schriftenreihe "BaierWeinMuseum", Nr. 17. EUR 5,-
Bezug über das BaierWeinMuseum

Sehr systematisch beginnt der Autor seine Untersuchungen, indem er bei der Spurensuche prüft, inwieweit Ortsnamen, Straßennamen und Flurnamen Hinweise auf historischen Weinbau geben. Bei seinen Studien greift er vor allem auf Dokumente aus dem Stadtarchiv Deggendorf zurück. Dabei hat er Steuerrechnungen, Stadtratsprotokolle und Briefprotokolle der Stadt sowie Salbücher und Rechnungen des Katharinenspitals ausgewertet.
Vorwiegend aus dem 16. bis 18. Jahrhundert existieren zahlreiche archivalische Dokumente, was zu erwarten war, da das späte Mittelalter die Blütezeit des Weinbaus an der Donau mit rund 2.000 Hektar war. Bei dem damals produzierten Wein, der auch Bayrisch genannt wurde, handelte es sich überwiegend um Weißwein. Zur damaligen Zeit war Wein das Alltagsgetränk der Menschen aller Schichten, aber auch oftmals Tauschobjekt und Bestandteil des Kaufpreises bei Verkäufen.
Wie in allen Gegenden trugen auch an der Donau die Klöster zur Verbreitung des Rebenanbaus und bei der Übermittlung von Erfahrungen zum An- und Ausbau bei. So ist es nicht zufällig, dass die älteste Nachricht über Weinbau in Deggendorf mit einem Kloster, und zwar mit einem Weinbergskauf des Klosters Metten aus dem Jahre 1181, verbunden ist.
Die Beschreibung der verschiedenen Weinlagen/Weinberge Deggendorfs, des dortigen Weinhandels und der Weingasthäuser nebst den Regulierungen des Weinausschanks sowie der Weinzierlzunft runden die interessante und kurzweilig zu lesende Abhandlung ab.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm, Bad Kreuznach
Aus: Mitteilung der GGW 2/2015

Herbert Haas:
Mittelalterlicher Weinbau in der 'villa Randersacker' und dem südlichen Maindreieck. Historische Streiflichter aus dem Herzen Weinfrankens.

Mittelalterlicher Weinbau in der 'villa Randersacker' und dem südlichen Maindreieck

Verlag Könighausen und Neumann, Würzburg 2009. 128 Seiten.
ISBN 978-3-8260-4012-2. EUR 12,80

Herbert Haas hatte als Architekt ein Faible für seine Hobbys, für Denkmalpflege und Heimatkultur. In dieser Eigenschaft hat er sich auch dem größten Kulturgut seiner Heimatgemeinde Randersacker gewidmet und seine Studien in diesem in 2. Auflage erschienenen und lesenswerten und mit Liebe zum Detail verfassten Buch festgehalten. Er schildert den mittelalterlichen Weinbau des südlichen Maindreiecks im Allgemeinen und Randersackerer Begebenheiten im Besonderen.
Die wechselvolle Geschichte des fränkischen Weinbaus beginnt in der Zeit Karls des Großen und findet ihren Höhepunkt mit einer maximalen Ausdehnung auf etwa 40.000 Hektar im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, der Ära Julius Echters von Mespelbrunn. Die ersten urkundlichen Erwähnungen von Weinbergen in Randersacker datieren aus dem Jahre 779, zeitgleich mit Beurkundungen in Würzburg.
Flächenausdehnung und gleichzeitige Intensivierung bildeten gute Voraussetzungen für eine zügige Dorfentwicklung. Die Weinbergsarbeit, verbunden mit einem unaufhörlichen Kampf gegen Unkraut und Schädlinge, verengten jedoch als negative Folge die Vielfalt im Lebensraum Weingarten. Das 16. Jahrhundert markiert eine gewaltige Zeitenwende. Die Entwertung des bürgerlichen und bäuerlichen Besitzes und die Aufspaltung in Grund und Nutzeigentum ist das eigentliche Phänomen in der Entwicklung des fränkischen Weinbaus. Klöster und Adelige saugten den Grundbesitz auf, die Häcker verarmten. Realteilung, Bauernkrieg, Augsburger Religionsfrieden und die damit verbundene Zweiteilung Randersackers führten mit der beginnenden und ca. 300 Jahre währenden „Kaltzeit“ zum Niedergang des Weinbaus.
„Das südliche Maindreieck mit seinen hochkarätigen Weinlagen verkam nach 1820 zum dritten unterfränkischen Notstandsgebiet nach Rhön und Spessart.“
Erst nach 1980, nach Abschluss der Wiederaufrebung, stabilisierte sich der Weinbau Frankens auf einer Rebfläche von ca. 6.000 Hektar.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm, Bad Kreuznach
Aus: Mitteilung der GGW 1/2015

Heinz-Gert Woschek, Katrin Friedrichs, Denis Duhme:
Wein + Raum: Architektonische Konzepte zum Präsentieren, Probieren und Genießen.

Architektonische Konzepte zum Präsentieren, Probieren und Genießen

Edition DETAIL, Institut für internationale Architektur-Dokumentation, München 2014. 143 Seiten.
ISBN 978-3-95553-226-0. EUR 39,-

Das aus verschiedenen Sachgebieten vereinte Autorenteam nimmt in seinem Buch die Präsentation des Kulturgutes Wein, die Verbindung von Wein und Raum, in den Focus. Denn Verkauf und Ausschank von Wein haben eine ähnlich lange Tradition wie dessen Anbau und Erzeugung.
Am Anfang quasi als Einführung steht eine kurze Chronologie von Weinverkauf und Weinabsatz von der Römerzeit bis in die Vorgegenwart. Es wird die Gründerwelle von Handelsunternehmen im 18. und noch ausgeprägter im 19. Jahrhundert dargestellt. Die maschinelle Herstellung von standardisierten Weinflaschen und die Verwendung des Korkens als Flaschenverschluss eröffneten dem Weinhandel völlig neue Perspektiven. Der Fokus ist bei dieser Publikation auf Räume in der Gegenwart gerichtet, in denen Weine probiert und genussvoll verkostet werden können. Es wird ausgelotet, welchen Einfluss der Raum auf die Wahrnehmung des Weines hat, wie die Sinne beeinflusst werden, wie Geruch, Geschmack, Textur und Struktur des Weines neu entdeckt werden können.
Die Bandbreite der vorgestellten Projekte reicht dabei von Verkostungsund Verkaufsräumen von Winzern in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und der Schweiz über ausgefallene Shopkonzepte in verschiedenen Ländern bis hin zu gelungenen Beispielen aus der Gastronomie. Der intensive Austausch der Autoren mit den Architekten und Bauherren erlaubt einen Einblick in die Entwicklung des Entwurfs: Wie haben die Ideen aller Beteiligten zusammengespielt? Welche Geschichte sollte mit der Umsetzung des Projekts erzählt werden? Welche Kunden möchte man ansprechen und wie auf sie reagieren? Weiterführende Essays erläutern, welche funktionalen Faktoren den Entwurf beeinflussen und welche Rolle Materialien, Farben, Licht und nicht zuletzt das Raumkonzept selbst bei der Verkostung von Weinen spielen.
Der Wein- und Architekturführer richtet sich nicht nur an Architekten und Gestalter, sondern bietet auch Winzern und Gastronomen Inspiration für gestalterische Lösungen – und dies auch in bestehenden Räumlichkeiten –, Weinkultur zeitgemäß zu inszenieren und Weinliebhaber damit zu faszinieren.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm, Bad Kreuznach
Aus: Mitteilung der GGW 1/2015

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