Wolfgang Patzwahl:
Bewässerung im Weinbau.

Bewässerung im Weinbau

Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2007. 86 Seiten.
ISBN 978-3-8001-4944-5; EUR 16,90

Die warmen und zum Teil auch trockenen Jahre des letzten Jahrzehnts haben die Diskussion über eine notwendige Bewässerung der skelettreichen und stark durchlässigen Rebstandorte in Deutschland neu entfacht. Denn eine optimale Traubenqualität, die bei Trockenstress nicht mehr gegeben ist, ist die Grundvoraussetzung für die Erzeugung von hochwertigen Weinen. Je nach betrieblicher Situation wird die Bewässerung im Weinbau als eine „Feuerwehr-Maßnahme“ bei akuter Trockenheit oder als möglichst optimiert eingesetzter Produktionsfaktor verstanden.

Das vorliegende Buch gibt mehr oder weniger ausführlich Antworten auf die Fragen, mit denen man sich im Vorfeld befassen sollte: Wasserbeschaffung, Bewässerungsverfahren, Wassermengen und Intervalle der Gaben, Rebsortenunterschiede, Kosten der Investition und der Durchführung und abschließend werden auch ökologische Aspekte im Zusammenhang mit der Bewässerung angesprochen.
Da auch die komplexen Zusammenhänge des Wasserflusses in der Rebanlage und Rebe sowie die vielfältigen möglichen Beeinträchtigungen im Stoffwechsel der Rebe bei Wassermangel und die Folgen für die Trauben- und Weinqualität behandelt werden, ist dieses Buch nicht nur für Praktiker, sondern für jeden an dieser Frage Interessierten sehr aufschlussreich und nützlich.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 1/2008

Peter Karfeld:
Der Wein-Staatsanwalt. Staatsanwaltliche Tätigkeit in Weinstrafsachen, dargestellt am Beispiel der Landeszentralstelle für Wein- und Lebensmittelstrafsachen in Rheinland-Pfalz.

Der Wein-Staatsanwalt

Tectum-Verlag, Marburg 2006. 227 Seiten;
ISBN 3-8288-9152-7, ISBN 978-3-8288-9152-4; EUR 24,90

In seinem als Dissertation angelegten Buch stellt der Autor zunächst die wissenschaftliche Grundlage für das Bestehen einer zumindest in Deutschland einmaligen Institution dar, der (staatsanwaltschaftlichen) Landeszentralstelle für Wein- und Lebensmittelstrafsachen als Sonderfall der ansonsten mehrfach bestehenden Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Wirtschaftsstraftaten. Zugleich weist er die Notwendigkeit dieser Institution für eine wirksame Bekämpfung der Weinkriminalität nach und zeigt auf, dass der Weinrechtsverletzer nicht nur den Konsumenten schädigt, ohne dass dieser es in den meisten Fällen bemerkt, sondern in weit größerem Maße die redlichen Branchenmitglieder, die unter dem angerichteten Rufschaden zu leiden haben.
Als weitere Verdienste der Arbeit sind zu nennen das Aufzeigen der rechtlichen Grundlagen für die Weinermittlungen und deren Grenzen sowie der Aufbau des materiellen Weinstrafrechts mit seiner Schichtenstruktur aus Europa-, Bundes- und Landesrecht einschließlich der sich aus dieser Schichtung ergebenden verfassungsrechtlichen Bedenken. Dass der Verfasser als Vertreter der seltenen Spezies Weinstaatsanwalt sich letztlich in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung befindet und von der Verfassungsmäßigkeit ausgeht, überrascht nicht. Es wäre wünschenswert, dass das Bundesverfassungsgericht bei einer erneuten Prüfung dieser Frage näher darauf einginge, ob es unter dem Gesichtspunkt der Verständlichkeit der Strafnormen wirklich ausreicht, den gesamten vom Strafrecht betroffenen Berufsstand auf Auskunftseinholung bei wenigen Fachjuristen (Rechtsanwälten und Verbandsvertreter) zu verweisen statt der eigenen Erkenntnismöglichkeit durch Selbststudium der Gesetze den Vorzug zu geben.
Bei der Darstellung des Ermittlungsverfahrens wird deutlich, dass dieser Teil des Wirtschaftsstrafrechts nicht ohne die Hilfestellung anderer Wissenschaften in Form von Sachverständigen auskommen kann. Folgerichtig geht der Autor dabei der Frage nach, ob die in § 31 WeinG als Weinsachverständige bezeichneten Weinkontrolleure ihren Aufgaben nicht besser nachgehen könnten, wenn sie als Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft installiert wären. Entgegen der Auffassung des Autors erscheint mir dies eher eine Behinderung der Weinkontrolle, da diese Stellung zu Unzuträglichkeiten mit ihrer Beratungsfunktion führt. Ob bei einer Gutachtenerstattung, die nicht auf Verkostungen beschränkt sein muss, der Ermittler-Status noch mit dem Bild des neutralen Sachverständigen übereinstimmt, erscheint mir zweifelhaft.
Beizutreten vermag ich dem Wunsch des Verfassers nach Wiedereinführung von Strafandrohungen für Verhaltensweisen, die früher strafbewehrt waren, inzwischen aber völlig sanktionslos gestellt oder zu Verwaltungsunrecht, also Ordnungswidrigkeiten, abgestuft wurden. Dass dies ein frommer Wunsch ist, weiß er offenbar selbst, wenn er andererseits – zu Recht – beklagen muss, dass das frühere Verbraucherschutzrecht wohl auf Betreiben der Weinlobby immer mehr zu einem Erzeugerschutzrecht verwandelt wird.
Dem Verfasser ist es gelungen, ein Werk vorzustellen, das jeder Weinrechtsbeflissene, insbesondere natürlich die gelernten Juristen, mit Gewinn lesen kann. Ob es ihm auch gelungen ist, den Weinliebhabern, wie im Vorwort als Anspruch angemeldet, das Weinstrafrecht näher zu bringen, muss jeder für sich selbst entscheiden, da eine Dissertation als streng wissenschaftliches Werk nicht immer leicht zu lesen ist. Geringe Abstriche wie in seltenen Fällen ungenaue Zitate oder sog. Freud’sche Fehlleistungen (positive Schlussfolgerung aus negativer Darstellung oder umgekehrt) tun dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch.

Verfasser: H. E. Dahlem
Aus: Mitteilung der GGW 1/2008

Brigitte Jacobi:
Besen-, Hecken- und Straußwirtschaften in Württemberg, Baden, Franken, Sachsen, Thüringen, Schweiz. Besenbuch 2009.
565 Seiten; ISBN 978-3-929426-19-9; EUR 8,50

Brigitte Jacobi:
Straußwirtschaften an der Hessischen Bergstraße, in Pfalz, Rheinhessen, Rheingau, an Nahe, Mittelrhein, Mosel, Saar, Ruwer und Ahr. Straußenbuch 2009. 543 Seiten; ISBN 978-3-929426-20-5; EUR 8,50

Wetterhuhn Verlag, Lauffen am Neckar 2008.

Besen- und Straußwirtschaften haben eine lange Tradition; es gibt sie in allen deutschsprachigen Weinbaugebieten. Um 800 erließ Karl der Große das „capitulare de villis vel curtis imperii“, in dem er nach herrschender Meinung den Weinbauern erlaubte, einen Teil des eigenen Weins im Haus und zwar in den Herbst- und Wintermonaten auszuschenken. Dies zeigten die Bauern an, indem sie einen Strauß, Besen, Buschen, Kranz oder Rad vors Haus hängten. An diesem Brauch hat sich bis heute nichts geändert, sieht man darüber hinweg, dass man heute das ganze Jahr über Besen- und Straußwirtschaften besuchen kann.
In dem „Besen-“ und „Straußenbuch“ sind mehr als 1.100 selbstvermarktende Weinbaubetriebe mit eigenem Weinausschank aus allen deutschen Anbaugebieten sowie der Schweiz aufgeführt. Das Verzeichnis mit kurzer Beschreibung der Besonderheiten des Weingutes und der Restauration bietet somit jedem Interessierten einen guten Überblick über Öffnungszeiten und Anfahrtswege.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 3/2008

Peter Peter:
Kulturgeschichte der deutschen Küche.

Kulturgeschichte der deutschen Küche

Verlag C. H. Beck, München 2008. 256 Seiten.
ISBN 978-3-406-57224-1; EUR 19,90

Mit dem Ruf der deutschen Küche stand es lange nicht zum Besten. Zu fettig und schwer, zu sparsam und unfrisch haben deutsche Gaststätten jahrzehntelang gekocht und mit blumigen Bezeichnungen ihre Kreationen „schönzureden“ versucht.
Mittlerweile ist wesentliche Besserung eingetreten. Viele Restaurants stellen besonders Kreationen aus regionalen und frischen Produkten heraus. Bio-Fleisch und Prädikatsriesling sind „in“. Das Bewusstsein, dass die deutsche Küche auch fein, erlesen und edel sein kann, kehrt allmählich zurück.
Peter Peter hat die Geschichte der deutschen Küche in Wort und Bild durch die Jahrhunderte verfolgt: von der Zeit der Germanen über die glanzvolle Kochkunst im späten Mittelalter, dem Niedergang der bürgerlichen Küche bis hin zur Renaissance der deutschen Küche in den letzten Jahren. Deutschland ist schon aufgrund der Vielfalt seiner Regionalküchen eine der spannendsten kulinarischen Nationen. Interessante Rezepte verlocken dazu, sich lesend oder kochend auf eine Reise durch Zeit und Raum zu begeben.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 1/2009

Theodor Häußler:
Weinbau in Altbayern. Der Baierwein einst und heute.

Weinbau in Altbayern

Books on Demand GmbH, Norderstedt 2008. 444 Seiten;
ISBN 978-3-8370-4352-5; EUR 32,-

Mit unwahrscheinlich großem Fleiß und unermesslicher Ausdauer hat der Autor über viele Jahre alle ihm vorliegenden Quellen zum Thema recherchiert. Damit steht nun eine umfangreiche Materialsammlung zum „Weinbau in Altbayern“ zur Verfügung.
Leider ist es ihm nicht gelungen, römischen Weinbau in Altbayern nachzuweisen, obwohl viele Indizien dafür sprechen. Den ersten urkundlichen Nachweis, dass am Regensburger Herzoghof Weingenuss üblich war, konnte der Autor mit einem Dokument aus dem Jahre 588 führen, als der Lombardenkönig Flavius Authari auf Brautschau zum Hofe des Bayernherzogs Garibald kam. Aus den folgenden Jahrhunderten gibt es viele Urkunden, vor allem Schenkungsurkunden von Weinbergen an umliegende Klöster, so z. B. aus dem Jahre 741 an das Kloster Niederaltaich, das Herzog Odilo mit Weinbergen um den Bogenberg ausstattete oder aus 776, als das Kloster St. Emmeran in Regensburg von Herzog Tassilos Vetter Machelm Weinbergsbesitz erhielt.
Umfangreich sind die Ausführungen des Baierweins im Mittelalter, der in seiner Blütezeit zwischen 2.000 und 3.000 Hektar Rebfläche umfasste. So ist es nicht verwunderlich festzustellen, dass der Wein für alle Bevölkerungsschichten damals das Hauptgetränk war. Neben dem Wein als Hauptgetränk der Baiern werden auch der Weinbau in der Feudalherrschaft und seine Bedeutung für die Klöster beschrieben. Einen wichtigen Punkt des altbayerischen Weinbaus markiert das Jahr 1544. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch der Baierwein in die Regelung zur Erhebung einer „Tranksteuer“ in Höhe von 15 Pfennig pro Eimer Wein einbezogen.
Es folgt eine ausführliche Beschreibung des Weinbaus im Kerngebiet des Baierweins von Kehlheim bis Wörth sowie im sonstigen Altbayern. Dabei handelt es sich hier nur um Streulagen und nicht um geschlossene Rebflächen wie in fast allen anderen deutschen Anbaugebieten.
Auch dem Baierwein in Brauchtum, Kunst und Literatur ist ein eigenes Kapitel gewidmet, denn der Baierwein durchrankt üppig Religion und Kunst. Die Verehrung des hl. Urban als Winzerschutzpatron oder der Gottesmutter als Traubenmadonna prägten häufig das religiöse Leben in den Weinbauorten. Ebenso fand der Baierwein Aufnahme in der Literatur. Es entstanden prächtige Werke der Buchdruckerkunst zum Thema Weinbau wie das Weinbuch aus dem Kloster Biburg, das Regensburger Weinbuch von Christoph Kobrer von 1581 sowie das Münchner Weinbuch von Johann Rasch aus dem Jahre 1583, die neben weiteren Exponaten ausführlich beschrieben sind. Auch das Markenzeichen des Baierweins, sein „Säurereichtum“, wird in vielen Zitaten namhafter Persönlichkeiten durch mehrere Jahrhunderte dokumentiert. Warum der Baierwein weichen musste und in neuerer Zeit nur noch ein „Randdasein“ fristet, dieser Frage ist Häußler nachgegangen und hat die Gründe dafür in aller Deutlichkeit offengelegt.
Der Entwicklung des Weinbaus in den letzten beiden Jahrhunderten, seinen Schwierigkeiten und Chancen als „Regensburger Landwein“, hat der Autor die letzten Kapitel, die durch einen informativen statistischen Anhang ergänzt werden, gewidmet.
Diese altbayerische Weinchronik ist ein wichtiger Beitrag zur Kulturgeschichte Bayerns. Sie ist mit ihrem umfangreichen Orts- und Literaturverzeichnis eine Fundgrube für geschichtlich Interessierte und Weinfreunde.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 3/2008

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