Gerd Ulrich:
Tafeltrauben für den Hausgarten.

Tafeltrauben für den Hausgarten

2., stark überarbeitete Auflage; Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (Hohenheim) 2009. 124 Seiten.
ISBN 978-3-8001-5749-5. EUR 9,90


Die Literatur für den Tafeltrauben-Interessenten ist im deutschsprachigen Raum wahrlich nicht umfangreich. Das vorliegende Büchlein will diese Lücke schließen und jedem Interessenten einige gute Ratschläge und Hinweise zum Anbau, zur Sortenwahl, zur Verwertung der Ernte sowie zu Bezugsquellen geben.
Einleitend hat der Autor zwingende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Tafeltraubenanbau im Hausgarten formuliert. Neben der unzureichenden Sonnenscheindauer und Jahresdurchschnittstemperatur (im Minimum 9° C) hebt Ulrich vor allem die Gefahr der starken Winter- (weniger als –15 ° C) und Spätfröste hervor.
Der Diskussion der Erfolgsvoraussetzungen wie Bodenansprüche, Bodenverbesserung und Sorten- und Unterlagenwahl folgt eine ausführliche Darstellung der auf dem Markt befindlichen Tafeltraubensorten, deren Charakteristika, und auch deren Krankheitsanfälligkeit als wesentlichem Kriterium der Ertragsleistung. Umfangreich und durch zahlreiche Abbildungen aufgelockert, widmet der Autor sich der Pflanzung und der Erziehungsform, der richtigen Pflege sowie der optimalen Ernte. Resümierend darf man festhalten, dass das Büchlein ein nützlicher Ratgeber für alle Hausgartenbesitzer ist.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 2/2009

Walter F. Kalina:
Auf Bauer – wehr dich! Der Allgemeine Österreichische Bauernverband – die Agrarrebellen der Zweiten Republik.

Auf Bauer – wehr dich!

Leopold Stocker Verlag, Graz 2009. 522 Seiten.
ISBN 978-3-7020-1206-9. EUR 39,90

Der in den 1950er Jahren gegründete Allgemeine Österreichische Bauernverband war der Versuch der Gründung einer „Bauerngewerkschaft“, einer überparteilichen bäuerlichen Standesorganisation. In logischer Konkurrenz zum Bauernbund und den anderen parteipolitischen Organisationen griffen die „Bauernrebellen der Zweiten Republik“ dabei immer wieder zu Demonstrationen und anderen Mitteln des politischen Aktionismus.
Die mit sehr anschaulichen Erfahrungsberichten der markanten Vorkämpfer der ersten Stunde hinterlegte Darstellung lässt die Geschichte des Bauernverbandes sehr anschaulich am geistigen Auge des Lesers vorbeigleiten, alle Höhen und Tiefen nochmals miterleben.
Als Fazit lassen sich die Ausführungen in folgendem Zitat von Roland Gittler zusammenfassen: „Echte Bauern überstanden so ziemlich alle Krisen, sogar den Dreißigjährigen Krieg und den letzten Weltkrieg.“

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 1/2009

Dagmar Kreutzer, Martin Palz:
Mein eigener Weinkeller: Planen- Bauen - Lagern.

Mein eigener Weinkeller: Planen- Bauen - Lagern

Leopold Stocker Verlag, Graz 2008. 164 Seiten;
ISBN 978-3-7020-1175-8; EUR 19,90

Wer seinen eigenen Weinkeller anlegen möchte, findet in diesem Buch alle wichtigen Informationen zum Thema Weinlagerung.
Vorangestellt wird eine umfangreiche Erörterung über die Lagerfähigkeit von Wein, über das Reifen des Weines, über seine Alterung und die Faktoren der Lagerfähigkeit. Daraus kann man schließlich ableiten, welche Weine sich nicht bzw. für eine lange Lagerung eignen, um den richtigen Genusszeitpunkt zu treffen.
Neben diesem Basiswissen über die Lagerfähigkeit des Weins erfährt der interessierte Weinliebhaber auch Wissenswertes über die richtige Lagerung, die verschiedenen Flaschenformate und deren Stapelmöglichkeiten. Es werden die diversen Materialien, die sich zum Stapeln eignen, erörtert und eine reich bebilderte Vielzahl an Varianten dargestellt.
Das Buch gibt auch eine Antwort auf die Frage, wo sich ein Weinkeller sinnvollerweise befinden sollte.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 1/2009

Joachim Körber (Hrsg.):
Das Morden ist des Winzers Lust. Pfälzer Kriminalgeschichten.

Das Morden ist des Winzers Lust

AGIRO Verlag, Neustadt/Weinstraße 2007. 256 Seiten.
ISBN 978-3-934769-84-7. EUR19,90

Sieben profilierte Autoren haben sich auf eine Wanderung durch die Pfalz begeben und in Bellheim, Germersheim oder Edenkoben, inmitten freundlicher, sonniger Rebenhügel und tiefgrüner Wälder, dem Verbrechen nachgespürt.
Herausgekommen sind sechs völlig unterschiedliche Geschichten mit viel Lokalkolorit, Humor und skurrilen Typen, die von Mord und Rache, von Täuschung, Betrug und Eifersucht erzählen und dabei den Leser mitnehmen in eine Umgebung, in der man das Böse nicht vermutet.
Weinseligkeit mischt sich aufs Angenehmste mit Gänsehaut – Spannung pur bis zum letzten Atemzug.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 2/2008

Balthasar Sprenger:
Anleitung zur Verbesserung der Weine in Deutschland.

Anleitung zur Verbesserung der Weine in Deutschland

Neu herausgegeben mit einem Nachwort von Isolde Döbele-Carlesso. Carlesso Verlag, Brackenheim 2008 (Weingeschichte. Historische Texte. Bd. 4). 191 Seiten, 12,5 x 19 cm, Hardcover.
ISBN 978-3-939333-06-7. EUR 15,-

Das 1775 anonym erschienene Werk mit vollständigem Titel „Ausführliche getreue und bewährte Anleitung zu einer gründlichen, unschädlichen, erlaubten, dauerhaften wie auch vortheilhaften und leichten Verbesserung der Weine in Deutschland zu Verhütung aller schädlichen Weinkünste aus Liebe mitgetheilt von einem redlichen Deutschen“ wurde nun in der Reihe historischer Texte des Carlesso-Verlages wieder neu herausgegeben. Als Autor verbirgt sich der Weinbaufachmann Balthasar Sprenger (1724–1791), der von 1757 bis 1781 an der württembergischen Klosterschule der Zisterzienser in Maulbronn bei Pforzheim lebte und als Professor über Landbau lehrte. Neben seinen Büchern über Futterkräuter, Bienenzucht sowie allgemeine und ökonomische Landwirtschaft sind seine Werke über den seinerzeitigen Weinbau historisch bedeutsam und auch heute noch äußerst lesenswert. Seine umfassende dreibändige „Vollständige Abhandlung des gesamten Weinbaues“ beinhaltet z. B. ein nahezu vollständiges Verzeichnis, „welches gute und schlechte, rothe und weisse, frühe oder späte Sorten“ beschreibt. Die neu herausgegebenen „Anleitungen zur Verbesserung der Weine in Deutschland“ gliedern sich in die drei Teile „Zweck der Weinverbesserung überhaupt“, „Die zur Weinverbesserung dienliche Mittel in alphabetischer Ordnung“ und „Die Weinverbesserung selbst“ mit insgesamt sechs Kapiteln, ergänzt durch zwei Anhänge und einem Register. Beim Lesen dieses Neudruckes fühlt man sich durchaus in die heutige Welt der Weinerzeugung versetzt, nur mit anderen Begriffen geschrieben und anderen Behandlungsmitteln praktiziert. So wird bereits für jene Zeit schon darauf hingewiesen, welches die geeigneten Weinbergslagen und Weinbergsböden darstellen und warum, welche Weinstöcke und wie diese gewartet und gezogen werden müssen, aber auch welche Bedeutung die Witterung für die Erzeugung guter Trauben hat. Als heutige Definition eines Weines kann durchaus die historische Aussage gelten: „Der Wein ist ein geistiges Getränk, welches entsteht, wann der ausgepreßte Saft reifer Trauben, oder der Traubenmost in Fässern oder anderen Gefässen die erste merkliche Gährung vollendet“. Das Wort „Alkohol“ kommt im gesamten Werk nicht ein einziges Mal vor, vielleicht sollte man auch heute den Begriff „geistiges Getränk“ mehr verwenden für unseren edlen Wein. Zehn Eigenschaften werden von einem guten Wein erwartet, wobei neben Farbe, Geruch, Geschmack und Konsistenz oder Schwere u. a. auch Geistigkeit, Feuer, Subtilität, Flüchtigkeit, Durchdringlichkeit, Dauerhaftigkeit und „gesund zu trinken“ hervorgehoben werden, Begrifflichkeiten, die uns durchaus auch heute gut zustehen und detailliert besprochen werden. Zur Prüfung der Güte eines Weines werden Sinnenproben, gewisse Versuche und Erfahrungen, aber auch Nachrichten und Zeugnisse darüber empfohlen. Für eine mögliche oder nötige Weinverbesserung werden vier Hauptregeln als unwidersprechlich“ angesehen und die der Verbesserung dienlichen Mittel werden auf etwa 80 Druckseiten alphabetisch aufgeführt und beschrieben, was einem Wein-Lexikon gleichkommt. In fast didaktischer Wiederholung wird immer wieder auf die Grundsätze der Weinverbesserung hingewiesen, aber auch aufgezeigt, wie man dem deutschen Wein Eigenschaften von ausländischem Wein beibringen kann, eine frühe Art der Globalisierung anno 1775. Das alphabetische Register kann als schneller, zeitversetzter Rückblick dienen. Eine Kurzbiographie von Balthasar Sprenger und eine Zusammenstellung von Maßen aus der damaligen Zeit beschließen dieses schöne, auch heute wieder lesenswerte Buch.

Verfasser: Dr. Günter Schruft
Aus: Mitteilung der GGW 2/2009

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