Walter F. Kalina:
Auf Bauer – wehr dich! Der Allgemeine Österreichische Bauernverband – die Agrarrebellen der Zweiten Republik.

Auf Bauer – wehr dich!

Leopold Stocker Verlag, Graz 2009. 522 Seiten.
ISBN 978-3-7020-1206-9. EUR 39,90

Der in den 1950er Jahren gegründete Allgemeine Österreichische Bauernverband war der Versuch der Gründung einer „Bauerngewerkschaft“, einer überparteilichen bäuerlichen Standesorganisation. In logischer Konkurrenz zum Bauernbund und den anderen parteipolitischen Organisationen griffen die „Bauernrebellen der Zweiten Republik“ dabei immer wieder zu Demonstrationen und anderen Mitteln des politischen Aktionismus.
Die mit sehr anschaulichen Erfahrungsberichten der markanten Vorkämpfer der ersten Stunde hinterlegte Darstellung lässt die Geschichte des Bauernverbandes sehr anschaulich am geistigen Auge des Lesers vorbeigleiten, alle Höhen und Tiefen nochmals miterleben.
Als Fazit lassen sich die Ausführungen in folgendem Zitat von Roland Gittler zusammenfassen: „Echte Bauern überstanden so ziemlich alle Krisen, sogar den Dreißigjährigen Krieg und den letzten Weltkrieg.“

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 1/2009

Dagmar Kreutzer, Martin Palz:
Mein eigener Weinkeller: Planen- Bauen - Lagern.

Mein eigener Weinkeller: Planen- Bauen - Lagern

Leopold Stocker Verlag, Graz 2008. 164 Seiten;
ISBN 978-3-7020-1175-8; EUR 19,90

Wer seinen eigenen Weinkeller anlegen möchte, findet in diesem Buch alle wichtigen Informationen zum Thema Weinlagerung.
Vorangestellt wird eine umfangreiche Erörterung über die Lagerfähigkeit von Wein, über das Reifen des Weines, über seine Alterung und die Faktoren der Lagerfähigkeit. Daraus kann man schließlich ableiten, welche Weine sich nicht bzw. für eine lange Lagerung eignen, um den richtigen Genusszeitpunkt zu treffen.
Neben diesem Basiswissen über die Lagerfähigkeit des Weins erfährt der interessierte Weinliebhaber auch Wissenswertes über die richtige Lagerung, die verschiedenen Flaschenformate und deren Stapelmöglichkeiten. Es werden die diversen Materialien, die sich zum Stapeln eignen, erörtert und eine reich bebilderte Vielzahl an Varianten dargestellt.
Das Buch gibt auch eine Antwort auf die Frage, wo sich ein Weinkeller sinnvollerweise befinden sollte.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 1/2009

Joachim Körber (Hrsg.):
Das Morden ist des Winzers Lust. Pfälzer Kriminalgeschichten.

Das Morden ist des Winzers Lust

AGIRO Verlag, Neustadt/Weinstraße 2007. 256 Seiten.
ISBN 978-3-934769-84-7. EUR19,90

Sieben profilierte Autoren haben sich auf eine Wanderung durch die Pfalz begeben und in Bellheim, Germersheim oder Edenkoben, inmitten freundlicher, sonniger Rebenhügel und tiefgrüner Wälder, dem Verbrechen nachgespürt.
Herausgekommen sind sechs völlig unterschiedliche Geschichten mit viel Lokalkolorit, Humor und skurrilen Typen, die von Mord und Rache, von Täuschung, Betrug und Eifersucht erzählen und dabei den Leser mitnehmen in eine Umgebung, in der man das Böse nicht vermutet.
Weinseligkeit mischt sich aufs Angenehmste mit Gänsehaut – Spannung pur bis zum letzten Atemzug.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm
Aus: Mitteilung der GGW 2/2008

Balthasar Sprenger:
Anleitung zur Verbesserung der Weine in Deutschland.

Anleitung zur Verbesserung der Weine in Deutschland

Neu herausgegeben mit einem Nachwort von Isolde Döbele-Carlesso. Carlesso Verlag, Brackenheim 2008 (Weingeschichte. Historische Texte. Bd. 4). 191 Seiten, 12,5 x 19 cm, Hardcover.
ISBN 978-3-939333-06-7. EUR 15,-

Das 1775 anonym erschienene Werk mit vollständigem Titel „Ausführliche getreue und bewährte Anleitung zu einer gründlichen, unschädlichen, erlaubten, dauerhaften wie auch vortheilhaften und leichten Verbesserung der Weine in Deutschland zu Verhütung aller schädlichen Weinkünste aus Liebe mitgetheilt von einem redlichen Deutschen“ wurde nun in der Reihe historischer Texte des Carlesso-Verlages wieder neu herausgegeben. Als Autor verbirgt sich der Weinbaufachmann Balthasar Sprenger (1724–1791), der von 1757 bis 1781 an der württembergischen Klosterschule der Zisterzienser in Maulbronn bei Pforzheim lebte und als Professor über Landbau lehrte. Neben seinen Büchern über Futterkräuter, Bienenzucht sowie allgemeine und ökonomische Landwirtschaft sind seine Werke über den seinerzeitigen Weinbau historisch bedeutsam und auch heute noch äußerst lesenswert. Seine umfassende dreibändige „Vollständige Abhandlung des gesamten Weinbaues“ beinhaltet z. B. ein nahezu vollständiges Verzeichnis, „welches gute und schlechte, rothe und weisse, frühe oder späte Sorten“ beschreibt. Die neu herausgegebenen „Anleitungen zur Verbesserung der Weine in Deutschland“ gliedern sich in die drei Teile „Zweck der Weinverbesserung überhaupt“, „Die zur Weinverbesserung dienliche Mittel in alphabetischer Ordnung“ und „Die Weinverbesserung selbst“ mit insgesamt sechs Kapiteln, ergänzt durch zwei Anhänge und einem Register. Beim Lesen dieses Neudruckes fühlt man sich durchaus in die heutige Welt der Weinerzeugung versetzt, nur mit anderen Begriffen geschrieben und anderen Behandlungsmitteln praktiziert. So wird bereits für jene Zeit schon darauf hingewiesen, welches die geeigneten Weinbergslagen und Weinbergsböden darstellen und warum, welche Weinstöcke und wie diese gewartet und gezogen werden müssen, aber auch welche Bedeutung die Witterung für die Erzeugung guter Trauben hat. Als heutige Definition eines Weines kann durchaus die historische Aussage gelten: „Der Wein ist ein geistiges Getränk, welches entsteht, wann der ausgepreßte Saft reifer Trauben, oder der Traubenmost in Fässern oder anderen Gefässen die erste merkliche Gährung vollendet“. Das Wort „Alkohol“ kommt im gesamten Werk nicht ein einziges Mal vor, vielleicht sollte man auch heute den Begriff „geistiges Getränk“ mehr verwenden für unseren edlen Wein. Zehn Eigenschaften werden von einem guten Wein erwartet, wobei neben Farbe, Geruch, Geschmack und Konsistenz oder Schwere u. a. auch Geistigkeit, Feuer, Subtilität, Flüchtigkeit, Durchdringlichkeit, Dauerhaftigkeit und „gesund zu trinken“ hervorgehoben werden, Begrifflichkeiten, die uns durchaus auch heute gut zustehen und detailliert besprochen werden. Zur Prüfung der Güte eines Weines werden Sinnenproben, gewisse Versuche und Erfahrungen, aber auch Nachrichten und Zeugnisse darüber empfohlen. Für eine mögliche oder nötige Weinverbesserung werden vier Hauptregeln als unwidersprechlich“ angesehen und die der Verbesserung dienlichen Mittel werden auf etwa 80 Druckseiten alphabetisch aufgeführt und beschrieben, was einem Wein-Lexikon gleichkommt. In fast didaktischer Wiederholung wird immer wieder auf die Grundsätze der Weinverbesserung hingewiesen, aber auch aufgezeigt, wie man dem deutschen Wein Eigenschaften von ausländischem Wein beibringen kann, eine frühe Art der Globalisierung anno 1775. Das alphabetische Register kann als schneller, zeitversetzter Rückblick dienen. Eine Kurzbiographie von Balthasar Sprenger und eine Zusammenstellung von Maßen aus der damaligen Zeit beschließen dieses schöne, auch heute wieder lesenswerte Buch.

Verfasser: Dr. Günter Schruft
Aus: Mitteilung der GGW 2/2009

Gudrun Mangold:
Trollinger & Co. Württemberger Weinkultur.

Trollinger & Co. Württemberger Weinkultur

Edition Gudrun Mangold, Heidelberg 2007. 160 Seiten.
ISBN 978-3-00-023433-0. EUR 39,90

Beim ersten Durchblättern dieses ganz offenbar mit Herzblut aufgemachten, opulent bebilderten und mit seinen zahlreichen historischen Fotos auch hübschen Bandes gewinnt man einen durchaus positiven Eindruck.

Es scheint eines jener Bücher zu sein, die sich gut als Geschenk für solche eignen, die dem Württemberger Wein zugetan sind. Der Band will aber nicht nur eine Einführung in Württembergs Weinbau, seine Weine und Geschichte sein. Als solcher lohnte er nicht mehr als eine kurze Vorstellung. Das Buch will mehr.
Bereits bei der Lektüre des Vorworts ("Anstoß") stutzt man. Hier schreibt offensichtlich jemand voller Ressentiments: von Weinliebhabern, die dummes Zeug "schwätza", von Weinjournalisten ("je wichtigtuerischer, desto offener der Kofferraum") und über Historiker. Lassen wir auf sich beruhen, wie weit die sich darin aussprechenden Vorurteile ein reales Fundament besitzen. Schwätzer gibt es überall und nicht nur Weinjournalisten sind korrumpierbar.
Aus dem Rezensenten unbekannten Gründen stellt das Buch eine Abrechnung mit der Tübinger Dissertation von Christine Krämer, "Weinbau in Württemberg. Herkunft, Einführung, Verbreitung und die Qualität der Weine vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte 7), Ostfildern 2006", dar und dies im Stile dessen, was man eigentlich nicht anders denn als "Zickenkrieg" bezeichnen kann. Wenn die Verfasserin Thesen aus der von ihr kritisierten Doktorarbeit referiert, streut sie immer wieder Bemerkungen ein wie "Hoppla" (S. 127) oder "Wie bitte?" (S. 130). Ein Kapitel überschreibt sie "Doktor Trollinger oder In Vino Veritas" und bei einem Autoren, aus dessen Publikationen sie manches übernommen hat, bedankt sie sich "Chapeau (auch wenn es kein Doktorhut ist)!" (S. 159).
Worum geht es? Christine Krämer hat mit ihrer Dissertation die zweifellos bislang bedeutsamste Arbeit zur Weingeschichte Württembergs vorgelegt. Sie stellt nicht zuletzt in methodischer Hinsicht einen großen Fortschritt dar, denn Krämer kann zeigen, dass eines der großen Probleme der historischen Ampelographie die Gefahr der Verwechslung von Herkunftsbezeichnungen für Rebvaritäten mit historischen Handelsbezeichnungen von Weinen ist. Diesem Problem ist nur durch sorgsame Quellenkritik beizukommen.
Krämer vermag nun in ihrem Kapitel zum Trollinger auf Grund systematischer Quellenanalysen wahrscheinlich zu machen, dass die Rebvarietät, die heute unter dem Namen Trollinger kultiviert wird, in Württemberg und anderen deutschen Weinbaugebieten zunächst anders genannt wurde. Dabei geht sie von der italienischen Bezeichnung des Vernatsch aus, wie der heutige Trollinger in Südtirol heißt, von Schiava. Der Name leitet sich gemäß lateinischen Quellen des 12. Jahrhunderts von "slava" ab. Diese Traube war im Friaul, im Veneto und der Lombardei verbreitet. Wahrscheinlich stammt sie vom Balkan (Slawonien). Im deutschen Sprachraum ist sie im 14./15. Jahrhundert als "Schlafen" oder "Geschlafene" belegt, was sich von "slava" herleitet; auch als "Lombard", "Lambert" (im Rheingau, 18. Jh.) und "Lamper" taucht sie auf, was die lombardische Herkunft des Rebguts reflektiert. In Württemberg hieß sie meist jedoch "Welsch", was sprachlich sehr genau ein Wissen um die Herkunft außerhalb des Reiches wiedergibt.
Trollinger, d. h. "Tirolischer" Wein war indes, wie bereits mittelalterliche Zollordnungen belegen, zunächst ein Weinhandelsname. Es ist die durch Quellenbelege gut gestützte These Krämers, dass dieser Name auf die "welschen" Rotweine Württembergs erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts übertragen wurde, weil Südtiroler Weine sich eines so guten Rufs erfreuten. Das vereinzelte Zeugnis des Marcus Sitticus von Wolkenstein in seiner Landesbeschreibung Südtirols von 1600, wo er neben "Geschlaffen" und "Vernatsch" auch "Trollinger" nennt, spricht nicht gegen Krämers Grundannahme. Was damals damit bezeichnet wurde, muss unklar bleiben, hebt jedenfalls spätere Quellenbelege zur württembergischen Weingeschichte nicht auf, die den Namen noch lange Zeit nicht kennen.
Die wissenschaftlich absolut sauberen Argumentationen Krämers vermag Gudrun Mangold offensichtlich nicht nachzuvollziehen. Das zeigt ihre Bemerkung, dass "man beim Versuch, der Argumentation in Sachen Trollinger zu folgen, unsanft aus der Kurve fliegt" und dass die Dissertation einer Überarbeitung bedurft hätte (S. 130). Leitend ist für sie offensichtlich die Vorstellung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf: Die Rebsorte Trollinger muss als solche aus Tirol stammen, auch wenn die Quellen etwas anderes sagen und Mangold sogar selbst berichtet, dass im Remstal für den heutigen Trollinger immer noch der Name "Welscher" gebräuchlich ist. Dass die Autorin meint, in der Dissertation Krämers "logische Brüche" feststellen zu können, liegt möglicherweise aber darin begründet – leider muss man es sagen –, dass ihre Lateinkenntnisse nicht ausreichend sind, um alle Quellenzitate Krämers nachvollziehen zu können; dieser Verdacht keimt, wenn man Ciceros Maxime "suum cuique" (Jedem das Seine) als "suum quique" zitiert findet (S. 120).
Die Invektiven auf Frau Dr. Krämer, die Professoren, die ihre Dissertation betreuten und begutachteten, und diejenigen, welche den Druck der Arbeit unterstützten (S. 131 werden sie alle namentlich genannt und an den Pranger gestellt), bilden jedoch nicht die einzige Front, an der Mangold kämpft. Sie will auch gegen den allgemeinen Konsens der Forschung zeigen, dass es bereits römischen Weinbau in Württemberg gab. Dabei zeigt sich erneut, dass die Verfasserin leider nicht wirklich historisch zu denken vermag und zu historischer Quellenkritik – in diesem Fall von archäologischen, d. h. monumentalen Quellen – keinen Zugang hat. Die Addition von Wahrscheinlichkeiten (die bei rechtem Licht betrachtet, nicht einmal solche sind) ergibt keine Tatsachen.
Die Reben auf der Jupitergigantensäule von Walheim (Lkr. Ludwigsburg) sagen angesichts der Verbreitung dieses ikonographischen Motivs im Römerreich nichts über antike Rebkulturen in dieser Gegend. Das im 16. Jahrhundert bei Fellbach in einer Weinbergsmauer verbaut aufgefundene Mithrasrelief dafür in Anspruch zu nehmen, "dass bereits die Römer Rebstöcke auf dem lössreichen Boden angepflanzt haben" (S. 42), ist schlichtweg unsinnig. Der 1957/58 ausgegrabene "Römerkeller" der Villa rustica von Oberriexingen (Lkr. Ludwigsburg) wird zwar gern als Weinkeller angesprochen, ist aber ein Vorratskeller gewesen. Dafür, dass dort Wein aus Württemberg gelagert wurde, gibt es keinerlei Anhaltspunkte.
Was Gudrun Mangold schlicht vergisst, ist das Verbot des Weinbaus außerhalb der italischen Provinzen durch Kaiser Domitian im Jahre 90, das erst Ende des 3. Jahrhunderts durch Kaiser Probus aufgehoben wurde. Um diese Zeit aber war Württemberg schon den Alamannen anheim gefallen. Gerade weil es gilt, dass das Verbot nicht überall streng beachtet wurde, muss die Wissenschaft für den Zeitraum seiner Geltung einen direkten Nachweis für Weinbau in den Provinzen fordern, z. B. archäobotanische Zeugnisse. Rebmesser, wie sie oft angeführt werden, sind hier z. B. ohne den metallurgischen Nachweis antiken Eisens oder eindeutiger Fundumstände unergiebig; sie wurden, was immer wieder betont werden muss, bis in die Neuzeit in einer Form verwandt, die sich seit der Antike nicht verändert hatte, und häufig in Weingärten verloren.
Dass der elbgermanische Personenverband, den wir nach einem Zeugnis vom Ende des 3. Jahrhunderts Alamannen nennen, einen römischen Weinbau fortgesetzt hätte, wie Mangold meint, ist eine vollkommen unwahrscheinliche These.
Andere Dinge, die in diesem Buch zu korrigieren bzw. zu präzisieren sind, fallen demgegenüber weniger ins Gewicht. Festzuhalten ist (S. 26), dass der Großteil des verbliebenen Tübinger Weinbaus heute im Ammertal liegt. Dort waren nicht die Zisterzienser der nahen Abtei Bebenhausen begütert – auch wenn man es gern annehmen möchte – sondern die Prämonstratenser von Obermarchtal an der Donau (S. 28). Der Beginn des Weinbaus am Neckar im Rottenburger Weggental mit dem Weinberg und dem Kelterhaus der wahrscheinlich weltweit ältesten Weinbruderschaft, den Urbansbrüdern von 1401, ist der Verfasserin offensichtlich unbekannt. Die herzoglich angeordnete Verringerung der Gewichte im Vorfeld des Aufstands des "Armen Konrad" von 1514 in Beutelsbach bedeutete nicht die Erhöhung der Verbrauchssteuer (S. 45), sondern diese war, auf Fleisch erhoben, mit der Veränderung der Gewichte zusätzlich verbunden. Dass in Neckarsulm 1855 "die allererste Weingärtnergenossenschaft" gegründet worden sei (S. 89), liest man öfters. In Wirklichkeit ist es komplizierter: 1854 wurde in Asperg und 1855 in Neckarsulm eine "Assoziation für die Bereitung und Verwertung des Weinmostes" gegründet. Genossenschaften im rechtlichen Sinne waren dies noch nicht. Dazu bedurfte es erst eines Genossenschaftsgesetzes. Das erste erließ Preußen 1867. Auf dessen Grundlage wurde als erste Winzergenossenschaft 1868 die von Mayschoß an der Ahr gegründet. Die Jahresangabe 1942 (S. 128) ist zu verbessern in 1342.
Hätte die Autorin ihre Lust auf Kontroversen gezügelt, sähe man ihr solche Schnitzer sicher eher nach und wäre der ganze Band ein durchaus recht nettes Buch. So aber ist es an vielen Stellen ärgerlich und insgesamt enttäuschend.

Verfasser: Prof. Dr. Hans Reinhard Seeliger
Aus: Mitteilung der GGW 2/2008

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