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Beiträge

Frühjahrstagung in Trier und an der luxemburgischen Mosel
vom 21. bis 23. April 2017

Sie alle sind herzlich eingeladen, an unserer Jahrestagung mit Mitgliederversammlung teilzunehmen. Kommen Sie ins schöne Trier und die höchst ansprechenden Orte rund um Trier und an der luxemburgischen Mosel! Sie werden wieder ein paar kurzweilige und ebenso ansprechende Tage in Gesellschaft vieler unserer Mitglieder und Gäste erleben können.
Unser Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, Dr. Stephan Reuter, dem ich an dieser Stelle bereits für die hervorragende Unterstützung in der Vorbereitung dieser Veranstaltung danke, macht Sie mit der nachfolgenden Empfehlung für einen Besuch seiner Region sicher schon jetzt neugierig auf die Jahrestagung in Trier und an der luxemburgischen Mosel:


Domstadt Trier
(Foto: Trier Tourismus und Marketing GmbH)

"Trier ist eine Stadt mit einer langen Geschichte. Die Kelten siedelten bereits in der Trierer Talweite, in der Antike war Trier eine Weltstadt mit Kaisersitz. Im Mittelalter schien ihr Glanz zu verblassen, doch Trier konnte sich stets gegen die wechselvollen Gegebenheiten ihrer Lage in einer Grenzregion behaupten und liegt heute im Herzen Europas. Ihr stetiger Begleiter war und ist der Wein. Der antike Weinbau und Weinhandel ist belegt und bis heute ist Trier eine der wenigen Großstädte der Welt, die mehrere Weinbergslagen und eine Vielzahl an traditionellen wie auch modernen Wein und Sekt erzeugenden Betrieben in ihren Grenzen beherbergt.
So stehen auf unserem Besuchsprogramm auch die weitläufigen historischen Keller der Bischöflichen Weingüter als auch das Jugendstilgebäude der ehemaligen Kellerei Johann Förster, in dem heute die traditionelle Sektherstellung durch die Saar-Mosel-Winzersekt GmbH gepflegt wird.
Ebenso weinbaulich geprägt wie die Stadt ist ihr Umland. In der Trierer Talweite treffen der Weinbau von Obermosel, Saar, Ruwer und Mittelmosel zusammen. Während die drei letztgenannten Bereiche vom Riesling geprägt sind, der auf den Böden des verwitterten Devonschiefers sein ideales Terroir findet, ist die Obermosel mit ihren markanten Muschelkalkformationen die Heimat von Elbling und Burgundersorten. In der Trierer Talweite selbst kommen die Ablagerungen des Buntsandsteins und des Rotliegenden als Weinbergstandorte hinzu. Eine Vielfalt an Terroirs, die es zu entdecken gilt.
Die Region der Obermosel erfährt bei unseren Exkursionen ein besonderes Augenmerk, denn hier zeigt sich die europäische Dimension der Mosel. An einem Fluss teilen sich drei Staaten mit vier Anbaugebieten den Weinbau. Hinzu kommt auf deutscher Seite noch die Verteilung der Weinberge auf Rheinland-Pfalz und das Saarland. Gegenüber den Hängen auf deutscher Seite erstreckt sich der Weinbau der luxemburger Mosel. Am Dreiländereck bei Schengen geht es nahtlos in den Weinbau der französischen Mosel über (AOC Moselle), der sich, zum Teil nur als kleine Inseln verstreut, bis Metz erstreckt. Mit einer Unterbrechung endet dann der südlichste Ausläufer des Moselweinbaus an der beeindruckenden AOC Côtes de Toul. Die Akteure dieses Weinlands ohne Grenzen haben sich in dem europäischen Projekt „Terroir Moselle“ zusammengeschlossen, um gemeinsam für diese Vielfalt zu werben."

Ich möchte Sie ermuntern, mit Ihrer zahlreichen Teilnahme das Angebot dieser Tagung zu nützen. Neben der üblichen Mitgliederversammlung und den abwechslungsreichen Exkursionen können wir Ihnen diesmal auch zwei höchst ansprechende Vorträge anbieten.
Für einen ganz besonderen Vortrag konnten wir durch Vermittlung unseres Mitglieds im Wissenschaftlichen Beirat unserer Gesellschaft, Prof. Dr. Michael Matheus aus Mainz, den Wissenschaftler Prof. Dr. Michel Pauly vom Historischen Institut der Universität Luxemburg gewinnen, der am Freitagnachmittag, dem 21.4.2017, im Institut Viti-Vinicole in Remich über „Weinhandel und Weinkonsum in der Stadt Luxemburg im 15. Jahrhundert“ sprechen wird:

"Ausgehend von der einzigartigen Quellenüberlieferung in den Rechnungsbüchern der Stadt Luxemburg von 1388 bis 1500, in denen die jährlichen namentlichen Register der Weinakzise enthalten sind, wird der Vortrag Fragen nachgehen wie: Wie viel Wein wurde umgesetzt? Wie viel wurde getrunken? Wer trank Wein? Wer handelte mit Wein? Wie viel wurde exportiert? Welcher Wein wurde getrunken? Bei welcher Gelegenheit wurde Wein getrunken? War der tägliche Konsum verhältnismäßig hoch oder niedrig?"

Nach der Mitgliederversammlung am Samstagvormittag, dem 22.4.2017, hat unser Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, Dr. Peter Fuchß, den fesselnden Vortrag "Rudi vom Endt – Weinpoet, Maler und Gestalter von Weinwerbung und Weinbaulehrschauen" erarbeitet:

"2017 jährt sich sein Geburtstag zum einhundertfünfundzwanzigsten Male, Anlass für Dr. Peter Fuchß sich auf Spurensuche zu begeben und in einem Vortrag anlässlich der Frühjahrstagung der Gesellschaft darüber zu berichten.
Unser Ehrenpräsident Prof. Helmut Arntz hat 1962 die Laudatio auf den mehrfach begabten Düsseldorfer gehalten, als er den Weinkulturpreis verliehen bekam (Schrift 7 der GGW).
Wie kommt es, dass ein Niederrheiner sich lebenslang so passioniert dem Thema Wein, Weinbau und Weinbereitung zuwendet? Wie war das mit den Anfängen der deutschen Weinwerbung, wie hat er die pädagogischen Aufträge der Lehrschauen bei den Weinbaukongressen umgesetzt?
Was sagen uns seine poetischen, sinnesfrohen und immer verbindend-ausgleichenden Weinverse heute? Heinz-Gert Woschek zählt ihn in der GGW-Schrift 183 „Weinliteratur im Wandel“ zu den letzten Vertretern einer „feuilletonistisch“ geprägten Weinliteratur. Sein besonderes Talent als Menschenfreund und -kenner kommt in den Karikaturen zum Ausdruck, die berühmten Vertretern dieser Disziplin in nichts nachstehen; und in seinen Kinderbüchern, in denen Fantasie und Erzählfreude dominieren.
Wie hat dieser Künstler „sein Jahrhundert“ erlebt und seine optimistische Grundeinstellung in seinen Werken und seinem Lebensstil bewahren können?
Es wundert nicht, dass diese Generation dem Wein und der mit ihm verbundenen Kultur so begeistert positive Seiten abgewinnen konnte, aber schon damals zu bewusstem und in jeder Beziehung maßvollem Genuss aufgerufen hat.
Rudi vom Endt scheint einen Rückblick und eine Zeitreise ins letzte Jahrhundert wert."

Ein weiteres Highlight wird die Abendveranstaltung am Samstag, dem 22. April 2017, im Schloss Thorn in Palzem sein, wo wir ein Weinmenü genießen werden und im Anschluss daran eine Weinprobe, die der Hausherr Dr. Baron von Hobe-Gelting selbst zelebrieren wird. Sie sehen, es wurde nicht an attraktiven Programmpunkten gespart.
Ich freue mich sehr, Sie bei der Jahrestagung 2017 in Trier begrüßen zu können!

Nähere Informationen und das Anmeldeformular zur Frühjahrstagung finden Sie im Mitteilungsheft 1/2017 oder erhalten Sie beim Geschäftsführer der Gesellschaft: Eduard Merkle.