Rudloff, Carl Friedrich (1899-1962)

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RUDLOFF, Carl Friedrich, Dr. phil. nat., ab 1934 Dir. u. Prof. * 26.12.1899 in Ennepetal-Voerde (Westf.), † 13.4.1962 in Velbert/Westf. Verheiratet, 3 Kinder.

1923 Höh. Gartenbaulehranstalt Köstritz, staatl. gepr. Gartenbaumeister. 1924 Studium der Volkswirtschaft und Biologie in Jena. 1926 Volontär-Ass. am Bot. Institut. 1928 Promotion bei Prof. Renner. 1 Jahr im Inst. für Vererbungsforschung in Berlin-Dahlem. 1929 von Prof. E. Baur zum Leiter der Abt. für Obstzüchtung am K. W.-Inst. für Züchtungsforschung in Müncheberg berufen. 1932 Mitbegründer, Org. und Geschäftsf. der Reichsarbeitsgemeinschaft für Obstzüchtung. Ab 1934 Dir. und Prof. an der Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim, die er bis zum Zusammenbruch bei Kriegsende 1945 leitete. Er war ein ausgezeichneter Organisator und Praktiker, der neue Schwerpunkte setzte. Das war die gärtnerische Züchtungsforschung, die er mit Hilfe des Forschungsdienstes und Reichsnährstandes ausbaute. 1934/35 entstand das Inst. für Züchtungsforschung, wo Dr. Herbst und Dr. E. Schneiders tätig waren. Aus der Rebenzuchtstation entstand 1938 das Inst. für Reichsrebenzüchtung, eine Abt. Heil- und Gewürzpflanzen mit Dr. R. Bode. Zus. mit H. Schanderl wurden alljährlich bei Obst blütenbiologische Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse in einer Kartei und der Schrift "Die Befruchtungsbiologie der Obstgehölze" veröffentlicht wurden. Erfolgreich war die Schriftenreihe "Grundlagen und Fortschritte". 1937 wurde dagegen die "Preußische Rebenveredlungskommission" aufgelöst, dafür die "Reichsrebenzüchtung" geschaffen, die 1938 abgetrennt wurde und ein neues Gebäude erhielt. Nur die "Wissenschaftl. Abteilung" ab 1936 unter Dr. Gg. Bosian blieb erhalten. 1935 wird unter Dr. H. Birk das "Kartonagereben-Verfahren" weiterentwickelt. Die angestrebte Trennung von Forschung und Lehre, um die Forschung zu intensivieren, und die geplante Verlagerung der Fachrichtungen sind 1943 dann doch nicht wahr geworden. 1945 endete ein Lebensabschnitt, der nachwirkte. Erst 1952 konnte R. in Hohenheim eine ord. Professur mit Lehrstuhl für Obstbau übernehmen, die 1962 mit seinem Tod endete.

Veröffentlichungen: Herausgeber der Schriftenreihe "Grundlagen und Fortschritte in Garten- und Weinbau", ab 1936. − und Schanderl: Die Befruchtungsbiologie der Obstgehölze, 1936 usw.

Literatur: Weinblatt 1934, S. 303. Geisenheim 1872−1972, S. 30 f, 64, 130.

Autor: Tr.