Die GGW trauert um Roland Schmitt

Die GGW trauert um ihren Pressereferenten Roland Schmitt, der am 18. Oktober 2021 verstarb. Wir verlieren einen engagierten und liebenswürdigen Kollegen, einen Freund, der von der Weingeschichte begeistert war. Mit einem großartigen Artikel über den Jahrhundertjahrgang 1921 hat er sich von uns verabschiedet.

1921: Ein »Jahrhundertjahrgang«, auch für den Weinbau an der Saar. Ein Beitrag von Roland Schmitt, erschienen in der Ausgabe 3-2021 der Zeitschrift »SaarGeschichten«.
Wir danken der Edition Schaumberg sehr herzlich für die Bereitstellung des Beitrags.

Roland Schmitt (* 3.7.1953 † 18.10.2021), Pressereferent und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V.
Ein Nachruf

Der gebürtige Mainzer studierte in Stuttgart Bibliothekswissenschaft und kam 1980 beruflich ins Saarland. Nach Stationen im Kultusministerium des Saarlandes und an der Stadtbibliothek Völklingen wechselte er zum Saarländischen Rundfunk, dessen Bibliothek und Archiv er bis 2019 leitete. Seine Interessen in der Regionalgeschichte, an der Weinkultur und der Musik entwickelte er in einem bemerkenswerten ehrenamtlichen und gesellschaftlichen Engagement, besonders in seiner Wohngemeinde Eschringen. Hier, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Frankreich entfernt, setzte er sich – einer seiner Großväter war Elsässer – intensiv für grenzüberschreitende Themen ein, knüpfte Beziehungen ins Elsaß und an die französische Mosel. Als Gründer der Geschichtswerkstatt Eschringen initiierte er zahlreiche Geschichtsprojekte und war redaktionell für deren Medienpräsenz verantwortlich. Als Hobbymusiker im Bereich der „handgemachten“ Folk-, Rock- und Weltmusik trat er als Bassist auch künstlerisch hervor und publizierte in Fachzeitschriften.
Angeregt durch den Beruf seines Sohnes und GGW-Mitglieds Yannick Schmitt, der Sommelier und Winzer ist, kam auch das Thema der Weinkultur verstärkt in seinen Fokus und er begann über die regionale Weingeschichte an der Saar zu forschen und zu publizieren. 2010 trat er der Gesellschaft für Geschichte des Weines bei und nahm seither an zahlreichen Tagungen der Gesellschaft teil. Noch im Jahr seines Beitritts publizierte unsere Gesellschaft seine Abhandlung „Zur Geschichte des Weinbaus im Bliesgau und an der Oberen Saar (Saar-Blies-Winkel)“ als Nr. 167 der Schriften zur Weingeschichte.
In der Gesellschaft für Geschichte des Weines hatte er in den letzten Jahren verstärkt Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit gezeigt. So wurde er bei der Mitgliederversammlung im April 2019 in Meersburg in den Wissenschaftlichen Beirat als Pressereferent der GGW gewählt. In den Jahren 2020 und 2021 musste die Arbeit in den Führungsgremien unserer Gesellschaft durch die CoVid19-Pandemie auf das Mindeste und vorwiegend auf Videokonferenzen beschränkt werden. Roland Schmitt brachte sich hier immer aktiv und intensiv ein. So bereicherte er unsere Aktivitäten inhaltlich nicht nur mit News zur Weinkultur in seiner Heimatregion, sondern steuerte für unsere Internetplattform zahlreiche Tipps über historische Dokumentarfilme zum Weinbau und zur Weinkultur bei. Nicht zuletzt dank Impulsen von Roland entwickelte sich die Rubrik auf unserer Internetseite zu einer der meistgelesenen. Gesundheitliche Probleme führten im Herbst 2021 zu einer ernsthaften Erkrankung, die er nun leider nicht überlebt hat. Für die Gesellschaft für Geschichte des Weines ist sein Tod ein großer Verlust, stand er doch eigentlich noch am Beginn seiner ehrenamtlichen Mitarbeit. Unsere Gedanken sind in diesen Momenten bei seinen Angehörigen, denn sie verlieren einen ausgesprochenen Familienmenschen. Seiner ganzen Familie gehört unser tiefes Mitgefühl. Wir werden sein Angedenken in hoher Ehre halten.

Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Präsident
Der gesamte Vorstand der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V.